DIE MACHT

DES STATUS

VON BORIS GRUNDL
Was passiert, wenn wir andere nach ihren Statussymbolen fragen? «Statussymbole habe ich nicht nötig! Da stehe ich drüber!» Denn Statussymbole haben immer nur die weniger Souveränen und Schlauen, die Verlierer. Natürlich! Interessant daran ist, dass schon dieses «Darüberstehen» ein Statussymbol ist – ein sehr modernes, weil es immateriell ist.

Auch Statussymbole, die den Charakter betreffen, verschaffen Anerkennung.

Statussymbole sind heute eher immateriell als materiell. Natürlich lässt sich mit Luxus materieller Wohlstand und Status zeigen und damit Neid – auch Anerkennung! – erzeugen. Diese Art von Statussymbolen funktioniert bei der reiferen Generation besser als bei Jüngeren. Sie sind doch sehr mit finanziellem Erfolg verknüpft und deswegen wenigen vorbehalten. Aus «mein Haus, mein Auto, mein Boot, mein Pferd» wird vielleicht mal «meine Häuser, meine Autos, meine Boote, meine Pferde». Und dann? Da die

meisten mit den primären Symbolen nicht mithalten können, gibt es noch andere, den Charakter betreffende Statussymbole. Hier kann jeder mitmachen. Und jeder macht mit. Am meisten jene, die vorgeben, darüberzustehen!

Anerkennung für soziale Erwünschtheit

Unsere Statussymbole werden immer durch die soziale Gruppe definiert, die uns Anerkennung für die Einhaltung ihrer Regeln schenkt. Das nennen wir soziale Erwünschtheit. So bekommen wir in einer Gruppe Anerkennung, wenn wir Stoffwindeln von Hand waschen statt Wegwerfwindeln zu kaufen. Zur Schau gestelltes Umweltbewusstsein ist immateriell. Das Gleiche gilt, wenn wir für die Kinder Afrikas kämpfen, um damit Eigen-PR zu machen, oder wenn wir am Galaabend demonstrativ in Jeans auflaufen.

Vielleicht ist Ihnen gar nicht so wichtig, dass Sie als neuer Entwicklungsleiter von