Viele Produkte und Dienstleistungen unserer Gegenwart und Zukunft nehmen ständig an Komplexität und Diversifikation zu. Digitalisierung, Industrie 4.0, gesellschaftlicher Wandel, Disruption oder geänderte gesetzliche Vorgaben sind nur einige Gründe hierfür. Halten unsere gewohnten Vorgehensweisen und Denkstrukturen diesem Wandel stand, oder sollten wir reagieren, um in diesem Umfeld bestehen zu können? Wo ist in unserer schnelllebigen Welt der Raum für echte Innovation und Markterfolg? In der Praxis haben wir eine Vielzahl von Fachabteilungen und Rahmenbedingungen wie Roadmaps, Marktanalysen, das Produktmanagement, die Vorentwicklung und viele mehr, welche für die neuen Produkte verantwortlich sind. Gerade im erfolgreichen Zusammenspiel liegt der Schlüssel für den Erfolg vieler Unternehmen. Was wäre, wenn man diese Kompetenzen effektiv in einem interdisziplinären Team bündelte? Wenn das Team engmaschig mit den Kunden zusammenarbeiten würde, um das tollste, wirtschaftlichste und innovativste Produkt zu erzeugen (Bild 1)?

Dann hätten Sie bereits wesentliche Elemente aus dem Mindset des Design Thinking realisiert.

Vorab: Wir sehen Design Thinking nicht als starre Methodik, welche unweigerlich immer und überall zum Erfolg führt. Wir sehen in Design Thinking einen möglichen Weg, eine veränderte Sichtweise und einen Methodenbaukasten, der uns Impulse für Innovation liefert. Einzelne Elemente oder auch der gesamte Design- Thinking-Prozess helfen den Teams, schneller bessere Produkte, Dienstleistungen oder Abläufe zu erzeugen.

Und falls es ein besseres Produkt, eine bessere Dienstleistung oder einen besseren Ablauf geben sollte, dann ist die Wahrscheinlichkeit, dies mit Design Thinking zu finden, höher als ohne.

Design Thinking ist keine neue Erfindung, sondern eine seit Jahrzehnten immer wieder verfeinerte Methodik, die in vielen Firmen und Projekten weltweit bereits angewandt wird. Ursprünglich in Amerika entwickelt, gibt es seit 2007 mehrere Institute und Masterstudiengänge im deutschsprachigen Raum, die sich der Lehre und der Weiterentwicklung von Design Thinking verschrieben haben. Eine einheitliche Definition von Design Thinking gibt es derzeit in der Literatur jedoch noch nicht. Wir würden es als ein Mindset mit angepassten Tools bezeichnen, welches, in der vollen Ausprägung, die Kundenbedürfnisse mit der technischen Machbarkeit und den Unternehmensinteressen in Einklang bringt.

Was zeichnet Design Thinking aus Sicht der Produktentwicklung aus?

Design Thinking beschreibt einen umfassenden Ablauf und Methodenbaukasten zu einem übergreifenden Ansatz für die verschiedensten verzwickten Problemstellungen. Ausgehend von den Bedürfnissen der Kunden und des Marktes, entsteht in mehreren iterativen Schritten beispielsweise ein unter technischen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten sinnvolles, realisierbares Produkt. Dieses Produkt wird in verschiedenen Reifegraden immer wieder mit den Bedürfnissen der Kunden abgeglichen, bis das bestmögliche Ergebnis erzielt ist. Entscheidend für den Erfolg sind das Mindset der Firma, der Mitarbeiter sowie der kreative (Frei-)Raum.

Bild 1: Einflussgrößen auf Design Thinking