Innovative Unternehmen sind mit zahlreichen Herausforderungen konfrontiert. Die zunehmend kürzeren Innovations- und Produktlebenszyklen, die stetig höher werdenden Kundenansprüche an Produkte wie auch an Dienstleistungen, der industrielle Wandel durch Digitalisierung und künstliche Intelligenz und viele andere Aspekte verlangen eine angemessene Reaktion von Unternehmen, die konkurrenzfähig bleiben möchten. Aus diesem Grund werden unterschiedliche Innovationsmethoden entwickelt und getestet, die Führungskräfte dabei unterstützen, ihr Unternehmen besser durch ein solch chaotisches Umfeld zu navigieren. Design Thinking hat sich als sehr wirkungsvoller Ansatz bewährt. Es wird zunehmend im Rahmen unterschiedlichster Problemstellungen erfolgreich angewendet.

Design Thinking wurde 2005 in Stanford zum ersten Mal als Innovationsansatz eingeführt. Allerdings ist die Methode an sich keine Neuerfindung, sondern eher eine über die Jahre verfeinerte und kompilierte Methode vieler Innovationstools, die in einem definierten Ablauf iterativ verwendet werden. In seiner vollen Ausprägung besteht Design Thinking aus fünf Schritten, die aufeinander aufbauen: Empathize, Define, Ideate, Prototype und Test.

Die Design Challenge formuliert klar und offen den Projektumfang.

Zu Beginn soll Design Thinking dazu dienen, die Bedürfnisse des Kunden aus möglichst unterschiedlichen Blickrichtungen zu verstehen. Anschließend werden die adressierten Probleme des Produkts oder der Dienstleistung explizit formuliert. Mit dieser klaren Problemvorstellung werden möglichst viele und kreative Ideen generiert, bevor man sich auf das Konzept für einen Prototyp fokussiert. Letztlich werden die Konzepte mit dem Kunden getestet und in mehreren Iterationen verfeinert. Durch die divergierende und konvergierende Natur der einzelnen Phasen erhält der Prozess die Form eines sogenannten Doppeldiamants (Bild 1).

Die Methode des Design Thinking zeichnet sich durch ihre hohe Anwendungsflexibilität aus. Daher wird sie von Unternehmen mit unterschiedlichen Zielen in zahlreichen Formaten eingeführt: von einzelnen Innovationsworkshops über Pilotprojekte von mehreren Wochen oder Monaten bis hin zur Etablierung des Ansatzes im Innovationsprozess. Obwohl sich kurze Workshops gut eignen, um erste Erfahrungen mit der Methode zu machen, werden viele Vorteile erst inkrementell nach mehreren Iterationen sichtbar. Manche Elemente sind für eine erfolgreiche Anwendung allerdings zwingend erforderlich, wie die interdisziplinäre Teamzusammenarbeit, der Fokus auf den Kunden, die Visualisierung der Ergebnisse und der iterative Prozess. Wie können diese Elemente in der Praxis eingesetzt werden, um das Beste aus einem Design-Thinking-Projekt herauszuholen? Die einzelnen Schritte werden im Folgenden im Detail erläutert.

Den Umfang des Projekts definieren

Entscheidend für den Erfolg des Projekts ist die sogenannte Design Challenge. Sie formuliert klar und offen den Projektumfang.