Die Vernetzung von AGILECOACHes untereinander ist hilfreich.

Der AGILECOACH muss sich mental stärken

Doch das ist nur der rein «technische» Aspekt. Viel wichtiger ist es mir, die Teilnehmer in der Ausbildung zu stärken. Sie sollen sich ihrer Möglichkeiten bewusst werden, eben weil die Rolle des AGILECOACH als neutral definiert und eingeführt ist. Dieses Bewusstwerden beginnt bereits im Kopf, denn mit der neuen Rolle denkt man auch unabhängiger: Der AGILECOACH muss sich mental stärken, um gegen Widerstände in der Organisation anzugehen und zu einer neutralen Stimme zu werden. Ganz egal, aus welcher Richtung die Hindernisse auf ihn treffen.

Die Selbstwahrnehmung

Dafür ist es notwendig, die eigene Rolle und ihre Wirkung auf andere kennen und nutzen zu können. In der Regel ist die Theorie bekannt und das in der Schulung aufgenommene Wissen logisch und nachvollziehbar. Sich der Wirkung dieser Rolle in den unterschiedlichen Situationen bewusst zu sein und sie einzusetzen, das entwickelt sich erst in der Praxis. Dort setzen wir gezielt durch praktische Übungen an. In diesen Übungssituationen bekommt der AGILECOACH das Feedback der Ausbilder und des Teams und kann es mit der eigenen Selbstwahrnehmung in einer spielerischen Umgebung abgleichen. Meiner Erfahrung nach hilft das angehenden AGILECOACHes am besten, sich mental besser zu stärken.

Die Stärkung unter Gleichgesinnten

Neben weiteren Möglichkeiten der mentalen Stärkung – bei Übungen, in persönlichen Beiträgen, durch Feedback, Lob und Anerkennung – ist vor allem die Vernetzung der AGILECOACHes untereinander enorm hilfreich.

Die Teilnehmer lernen sich während der Ausbildungszeit kennen und bauen Beziehungen auf, die über die eigentliche Ausbildung hinausgehen. Bei unseren externen Schulungen stellen wir fest, dass die Teilnehmer aus den unterschiedlichen Unternehmen auch im Anschluss noch in engem Kontakt bleiben.

Die Vernetzung der Teilnehmer hilft ihnen enorm

Sie helfen sich gegenseitig bei den verschiedenen Fragestellungen, mit denen sie in ihrem Coaching-Alltag konfrontiert werden. Auch bei Inhouse-Schulungen organisieren sich die Teilnehmer meist selbst, um dauerhaft ein Forum für den Erfahrungsaustausch zu etablieren. Dieses Netzwerk stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein der Coaches. Es hilft außerdem, eigene Standards zu entwickeln, die firmenübergreifend verwendet werden und einen verlässlichen Rahmen für die agilen Projekte liefern.

Mein Chef hat mich geschickt

Um diese besondere neutrale Rolle des AGILECOACH auszufüllen, bedarf es eines gewissen eigenen Antriebs und Interesses. Nur wer sich selbst mit den Grundwerten und Prinzipien der agilen Methodik identifizieren kann, wird Spaß und Erfolg bei der Umsetzung haben. In der Praxis wird das nicht immer so gelebt.

Manchmal werden Mitarbeiter zum AGILECOACH «verdonnert», weil es sonst keinen passenden Kandidaten gibt – das Management aber die agile Arbeitsweise einführen möchte. Es gibt bessere Voraussetzungen, denn die gesamte Methodik basiert auf Freiwilligkeit – auch die der AGILECOACHes.

Freiwilligkeit» ist die Basis der agilen Methode

In anderen Fällen möchten Teilnehmer gerne als AGILECOACH arbeiten. Sie wurden sogar vom Chef dafür ausgewählt,der ihnen den Zusatz, «das machen Sie dann nebenher zu Ihrer normalen Arbeit» mit auf den Weg gegeben hat. Für diese Fälle haben wir im «heißen Stuhl» bisher noch immer Lösungen für den Teilnehmer gefunden.

Praxis, Praxis, Praxis

In der Schulung achten wir darauf, die theoretischen Lerninhalte sofort in praktischen Übungen zu vertiefen. Der große Mehrwert liegt dabei nicht nur in der Übung und Wiederholung des Stoffes, sondern vor allem in der Selbsterkenntnis der Teilnehmer: Was fällt leicht, was fällt schwer? Nur so werden konkrete Fragestellungen klar und können im weiteren Verlauf der Schulung ausgesprochen und beantwortet werden.

Fazit

AGILECOACHes bewegen sich auf dem Beziehungen. Daher brauchen sie neben ihrem Handwerkszeug auch ein starkes Kreuz, das ihnen in der Ausbildung durch Feedback, praktische Übungen, Vernetzung und Selbstreflexion gestärkt wird. Daher hat die Ausbildung den eindeutigen Auftrag: Menschen groß machen!