DER
SCHMALE
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VON AXEL SCHULZ, SENIOR AGILECOACH UND LEITENDER BERATER, AS&P

Der AGILECOACH steht in einer neutralen Position zu dem Arbeits- und dem Produkt Owner Team, aber auch zu weiteren Stakeholdern. Er hat keine Verantwortung am Produkt, das im betreffenden Projekt erarbeitet wird. Diese besondere Rolle müssen angehende Coaches erst einmal verinnerlichen: Was bedeutet das für mich konkret?

Jeder Mitarbeiter eines Unternehmens ist Teil einer Organisation, mit ihren Hierarchien und Abhängigkeiten. In unseren Schulungen zum AGILECOACH sprechen wir über die Grenzen dieser Rolle. Häufig erlebe ich, dass sich die Teilnehmer ein Schmunzeln nicht verkneifen können, wenn ich über die neutrale Rolle und die Unabhängigkeit des AGILECOACH spreche. «Das ist bei uns aber nicht möglich,

wir haben doch unsere Abhängigkeiten», höre ich dann in den meisten Fällen. Das ist verständlich und nachvollziehbar. Doch es gibt Wege, diese Abhängigkeiten zu verringern. Zunächst: Sorgen Sie ganz pragmatisch dafür, dass der AGILECOACH aus einer anderen Abteilung kommt wie diejenigen, die das Projekt zu verantworten haben. Keinesfalls

sollten sie den gleichen Vorgesetzten haben. Ein ausgebildeter AGILECOACH berät seine eigene Organisation dahingehend, entsprechende organisatorische Vorkehrungen zu treffen. So können die AGILECOACHes beispielsweise in einer Stabsstelle organisiert sein, oder sie rekrutieren sich aus Projektleitern, die sich in den Projekten gegenseitig als AGILECOACH unterstützen.